Wirkungsweise eines Kachelofens

An dieser Stelle möchten wir Ihnen erklären, wie ein Kachelofen funktioniert, warum es sinnvoll ist mit einem Kachelofen zu heizen.

Wir möchten Ihnen Informationen geben, die Ihnen bei der Entscheidung helfen sollen, ob für Ihre Bedürfnisse ein Kachelofen besser geeignet ist oder ein Kaminofen.

Wir möchten dies anhand einer Aufstellung tun, in der wir jeweils die Merkmale eines Kachelofens und Kaminofens miteinander vergleichen.

Vergleich ungarischer Kachelofen und Kaminofen
Kachelofen Grundofen Kaminofen
Beispiel Kachelofen aus Ungarn Kaminofen aus Ungarn
Aufbau Ein Kachelofen besteht aus einem gemauertem Brennraum und Zügen. Kachelofen werden im Optimalfalle aus Kacheln gesetzt. Im Inneren finden wir Ziegelsteine und Schamott. Der gesamte sichtbare Ofen wird von den Verbrennungsgasen durchströmt und dient der Wärmenutzung. Ein Kaminofen besteht aus einem Heizeinsatz aus Stahlblech welcher durch eine Verblendung oder Vermauerung verkleidet wird. Man kann sich einen Kaminofen also als herkömmlichten Ofen vorstellen, der zur Designverbesserung verkleidet wurde. Der stählerne Brennraum ist der eigentliche Ofen.
Wirkungsweise Im Feuerraum brennt das Feuer. Die heißen Verbrennungsgase streichen durch die mehrere Meter langen Züge und geben so die Wärme sehr effektiv an den Ofen ab. Aufgrund der langen Züge kann das Heizmaterial sehr effektiv verbrennen. Das Feuer brennt im Brennraum. Da dieser aus Stahl ist, gibt er die Wärme schnell an die umgebende Luft ab. Die Verbrennungsgase gelangen auf relativ direktem Wege und schnell in den Schornstein.
Wärmehaltung Ein Kachelofen ist oft mehrere Tonnen schwer. Er speichert die Wärme sehr lange, oft länger als 24 Stunden. Das Aufheizen des Ofens dauert ca. 2 Stunden. Ein Kaminofen gibt dann wärme ab, wenn er beheizt wird. D.h. wenn man langanhaltend heizen möchte, muß man ständig nachlegen.
Wärmeabgabe Ein Kachelofen muß sich erst aufheizen, bevor er Wärme abgeben kann. Das kann bei großen Öfen bis zu 2 Stunden dauern. Dann heizt er jedoch auch ohne Nachlegen über viele Stunden. Ein Kaminofen gibt Wärme sofort ab. Wenn das Feuer abgebrannt ist, kühlt er jedoch schnell wieder aus.
Designmöglichkeiten Ein guter Ofenbauer kann so ziemlich jede Form, welche sich mit Kacheln erzielen läßt, verwirklichen. Fall der Ofen mit glatter (verputzte) Oberfläche gewünscht wird, kann er die Kacheln verputzen. Er wird auch immer darauf bedacht sein, möglichst viele Züge im Ofen unterzubringen, damit der Ofen einen optimalen Wirkungsgrad hat (siehe oben). Deshalb sind gute Kachelöfen oft weniger verwinkelt und verschnörkelt als Kaminöfen. Ein Kaminofen besteht aus einem stählernen Brennraum, welcher durch eine Kunstsoffblende oder Mauerblende verkleidet ist. Es bestehen daher nahezu unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten. Die Verblendung gehört ja genaugenommen nicht zum Ofen.
Brennstoffausnutzung Im Kachelofen haben die bei der Verbrennung entstehenden Gase lange Zeit die Möglichkeit miteinander zu reagieren. Ein guter Kachelofen erreicht daher eine optimale Brennstoffausnutzung, einen hervorragenden Wirkungsgrad und Umweltverträglichkeit. Die Verbrennungsgase verlassen den Ofen relativ schnell. Sie reagieren z.T. erst im Schornstein miteinander. Deshalb wird ein Kaminofen nur selten den wirkungsgrad eines Kachelofens erreichen können.
Möglichkeit zur Warmwasserbereitung und Zentralheizungs-unterstützung ja ja
Bauaufwand Ein Kachelofen oder Grundofen sollte von einem erfahrenen Ofensetzer gesetzt werden. Hier kommt es weniger auf einen Berufsabschluß und schöne Werbung an als auf viele Jahre Berufserfahrung. Ein Kaminofen ist im Vergleich zum Bau eines Kachelofens relativ leicht gebaut. Der Heizeinsatz muß ordentlich aufgestellt und ansprechend verkleidet werden.
Gewicht Sehr schwer, ein Kachelofen benötigt ein ordentliches Fundament bzw. einen festen Standplatz.Ein größerer Kachelofen wiegt oft mehr als 2 oder auch 3 Tonnen! Auch ein Kaminofen ist recht schwer. Da die Ummauerung oft aus Ytong oder gar Gipskarton besteht, wird sein Gewicht so gut wie immer unter 1000 kg bleiben.
Größe der Türen Ein Kachelofen hat in seinem Inneren mehrere Meter lange Züge, bei Spengler-Öfen sind das meist mehr als 10 Meter. Bedingt dadurch ziehen die Rauchgase langsamer durch den Ofen und geben ihre Wärme natürlich optimal ab. Das hat jedoch auch zur Folge, daß die Türen nicht so sehr groß sein können. Bei zu großen Türen entweichen beim Öffnen schnell Rauchgase. Kaminöfen haben keine oder kaum Züge. Dadurch ziehen die Rauchgase viel schnller und der Unterdruck an den Türen ist viel größer. Dadruch sind sehr große Türen möglich.
zur Beachtung Ein Qualitätsofen wird vom erfahrenen Ofensetzer für die Bedürfnisse des Kunden optimal gebaut. Der Kunde nimmt Ratschläge des Fachmanns an und verzichtet vielleicht auf ein paar durch Medetrends entwickelte Vorstellungen.Er wird jahrelang Freude an seinem Ofen haben und die entstandenen Kosten werden sich bei regelmäßiger Nutzung bereits nach wenigen Jahren amortisiert haben. Auch Kaminöfen werden in guter Qualität angeboten. Bei preiswerteren Angeboten sollte man vor allen Dingen -wenn man mit seinen Ofen wirklich heizen möchte- auf die Stärke des Schmottes im Brennraum (mindestens 7 cm) sowie auf Angaben zu "wieviel kg Holz pro Heizgang" (mindestens 10 kg) achten. Das Gleiche gilt für Stahleinsätze, welche für Kachelöfen bzw. Grundöfen gefertigt werden.